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Teil 1: Alles dreht sich nur noch ums Kind? So erobert ihr als Eltern eure Paarzeit zurück!

So erobert ihr als Eltern eure Paarzeit zurück
Zeit zu Zweit auf dem 30. Geburtstag unserer Paten, während Larissa (damals 6 Monate) schläft und die Oma aufpasst.

Eine Freundin und seit vier Monaten Mama fragte mich, wie wir es hinbekommen haben nach der Geburt Zeit zu zweit zu finden. Ich muss vorab sagen, dass ich kein Patentrezept anbieten kann, da jedes Baby anders ist, genauso ist auch jedes Elternpaar anders.

 

Mein Mann und ich haben es im Vergleich zu anderen relativ schnell geschafft uns Paarzeit zurückzuerobern. Wie wir das geschafft haben erzähle ich euch in diesem Blog.

 

Bevor euer Kind auf der Welt ist

Ganz wichtig: Wenn ihr gerade schwanger seid macht euch eine Liste der Dinge, die ihr gerne zu zweit macht und hakt davon möglichst viele vor der Geburt ab. Das muss nämlich eine Weile vorhalten.

 

Wir waren beispielsweise sechs Monate vor Larissas Geburt Anfang 2019 nochmal im Urlaub in einem Hotel nur für Erwachsene. Therme, Kino und ein Konzert standen ebenfalls auf unserer Liste. Ich weiß, jetzt gerade im Lockdown geht das alles nicht, aber dann schmeißt ihr eben das Heimkino an, hört ein Youtube-Konzert und kauft euch eine Whirlpoolmatte für die Badewanne!

 

Wenn man noch kein Baby hat, kann man sich einfach nicht vorstellen, wie krass die Umstellung ist: 24/7 für jemanden verantwortlich sein, das ist man vorher nur für sich selbst. Steckt man dann als frischgebackene Eltern in der neuen Situation, ist noch mal alles intensiver. Wunderschön und erstaunlich überwältigend, gleichzeitig herausfordernd in allen möglichen Bereichen.

 

2019 während der Schwangerschaft mit Larissa Urlaub im Erwachsenenhotel auf Gran Canaria

Voraussetzung für eure Paarzeit schaffen

Bei uns war es so, dass mein Mann nach der Geburt drei Wochen Urlaub genommen hat. So konnten wir uns gut einspielen. Wir haben uns alle anfallenden Aufgaben geteilt und uns gut abgesprochen. Je effizienter ihr euch aufteilt, desto eher habt ihr erst dreißig Minuten, dann eine Stunde, zwei Stunden und später einen ganzen Abend für euch.

 

Aufteilen heißt: Während der eine sich ums Kind kümmert, erledigt der andere den Haushalt, Behördengänge oder kümmert sich um Einkäufe (Arbeiten gehen zähle ich nicht extra auf, weil euer Baby schließlich auch nach der Arbeit umsorgt sein will).

 

Das heißt um Gottes Willen nicht, dass ihr keine Zeit zu dritt verbringen sollt. Aber während der Partner euren Nachwuchs füttert oder beruhigt, erledigt ihr schon mal was von der gemeinsamen To-Do-Liste.

 

Auch Einkaufen mit Kind kostet nur unnötig Zeit und Nerven. Bei uns geht immer nur einer und der schafft dann in derselben Zeit eben noch das Altpapier weg, wäscht das Auto und bringt Getränkekisten bei Oma und Opa vorbei. Am Ende bleibt mehr Zeit für euch, weil weniger erledigt werden muss, wenn euer Nachwuchs schläft.

 

 

"Je effizienter ihr euch aufteilt, desto mehr Zeit bleibt für euch, weil weniger erledigt werden muss, während euer Baby schläft."

 

 

Hierbei ist zu beachten, dass ich nicht gestillt habe, weshalb das Aufteilen natürlich etwas einfacher war, als ich es bei meinen stillenden Freundinnen beobachte.

 

Denn mein Mann konnte genauso wie ich unserer Maus das Fläschchen geben, sie dabei bekuscheln und wieder sanft in den Schlaf wiegen. Dadurch konnten wir uns zu Beginn auch in den Nächten abwechseln: wer nachts aufgestanden ist, durfte morgens länger liegen bleiben und umgekehrt.

 

Als mein Mann wieder täglich arbeiten war, habe ich als Mama die Nächte alleine gewuppt, damit Reinold fit in seinem Job war. Aber die beiden Nächte auf Samstag und auf Sonntag haben wir jeweils aufgeteilt.

 

Was hat das alles mit Paarzeit zu tun?

 

Ganz einfach: Ein von beiden Partnern empfundenes Gleichgewicht bei der Aufgabenverteilung und die nötige Ausgeglichenheit durch Erholungs- oder Atempausen für den jeweils anderen (dazu in diesem Artikel mehr) schaffen die Voraussetzung dafür, dass ihr von eurer Paarzeit später auch etwas habt – und euch nicht etwa anzickt oder einfach nur müde ins Bett fallt.

 

Tag-Nacht-Rhythmus trainieren: erste kleine Paarzeit-Erfolge

Reinold hat vor der Geburt von unserem Trauzeugen das sehr empfehlenswerte Buch Papa to go - Schnellkurs für werdende Väter von Christian Buseman geschenkt bekommen und eine Empfehlung des Autors von Beginn an eingebracht:

 

Feste Rituale und Abläufe. Tagsüber ist es hell, wir reden laut und es ist trubelig, gegen Abend wird es gedämmt, wir reden leise und es ist ruhig und nachts ist es vollkommen dunkel und still. Damit der Fernseher oder die Musikanlage nicht zu hören ist, haben wir uns übrigens Bluetooth-Kopfhörer gekauft (mehr dazu in diesem Artikel). 

 

Wir haben Rollläden an unserer Wohnung und konnten somit auch im Sommer für ein dunkles Zimmer sorgen. Checkt also idealerweise noch vor der Geburt, ob ihr in eurer Wohnung entsprechende Möglichkeiten habt.

 

Wir legen Larissa konsequent seit Geburt um 19 Uhr in ihr Beistellbett in ihrem abgedunkelten (später ganz dunklen) Kinderzimmer. Es ist immer der gleiche Ablauf aus Abendessen, noch eine Runde spielen, umziehen, das Kroko holen (=Zähneputzen, da ist auf der Tube ein Krokodil drauf ;-), allen Tierchen ihres Mobiles gute Nacht sagen (Papa) oder Gute-Nacht-Buch-Gucken (Mama).

 

Wer sie ins Bett bringt, setzt sich noch an ihr Bettchen, achtet darauf, dass sich der Kuschelesel mit Spieluhr neben Larissas Gesicht anschmiegt und der Schnuller zur Beruhigung im Mund ist. 

 

Dazu haben wir falls nötig Geräusche zum Einschlafen laufen lassen. Bei unserer Tochter wirkte neben der Spieluhr (Tipp: Legt sie schon während eurer Schwangerschaft abends auf den Bauch!) zuverlässig das Föngeräusch unserer Schlafgeräusche-App und später eine Schildkröte mit Meeresrauschen. Ich singe ihr auch gerne etwas vor.


Geräusche für Baby-Schlaf - App fürs Smartphone

Diese Geräusche-App des Anbieters Premium-Software im Playstore verlangt aus meiner Sicht relativ wenige Berechtigungen und blendet nur einen kleinen Werbebanner ein. 

 

Achtet in jedem Fall bei der Auswahl einer solchen App darauf, welche Berechtigungen diese wirklich benötigt und was in der Datenschutzerklärung steht!


 Während der eine die Kleine ins Bett bringt, kocht der Andere das Abendessen und bereitet das Wohnzimmer für einen gemeinsamen Abend vor. Uns ist wichtig die Kindersachen weggeräumt zu haben, damit wir das Gefühl haben, dass jetzt Erwachsenenzeit ist.

 

Sollte das Ins-Bett-bringen mehr als 45 Minuten dauern, lösen wir uns gegenseitig ab, denn das streicheln und beruhigen ist irgendwann auch anstrengend, auch wenn es nicht so klingt. 

 

 

"Nach wenigen Tagen haben die Kleinen den Rhythmus verinnerlicht und werden immer zu den gleichen Zeiten müde - so kriegt ihr "Erwachsenenzeit."

 

 

Unsere Kleine hat sich schnell an den 19-Uhr-Rhythmus gewöhnt. Achtet darauf den Tagesrhythmus bereits darauf auszurichten, dass zwischen 16:00 und 19:00 Uhr kein Schläfchen mehr stattfindet.

 

Genauso wie beim Zubettgehen Abends haben wir später den Mittagsschlaf organisiert,  also die Kleine Vormittags wach halten und immer nach dem Mittagessen zur gleichen Uhrzeit ins Bett im abgedunkelten Schlafzimmer legen. Nach wenigen Tagen haben die Kleinen den Rhythmus verinnerlicht und sind immer zu den gleichen Zeiten müde - so war es jedenfalls bei Larissa.

 

Konsequent sein zahlt sich aus – ab 19h ist Erwachsenenzeit

Als Larissa älter war und laufen konnte, haben wir ihr erklärt, dass ab 19 Uhr die „Erwachsenenzeit“ anbricht. Die Kinderzeit ist tagsüber, da richten wir Erwachsenen uns nach ihr. Im Gegenzug wird abends das gemacht, was wir uns wünschen.

 

Einmal als Larissa sich sehr sträubte schlafen zu gehen, haben wir sie herumlaufen lassen und gesagt, dass Mama und Papa jetzt kochen und ihren Abend genießen werden. Sie könne gerne zugucken, aber spielen werden wir erst morgen wieder mit ihr.

 

Larissa hat nach einer halben Stunde gemerkt, dass es ganz schön langweilig ist uns beim kochen zuzugucken und weil sie ja eigentlich auch müde war, ist sie dann selbst zu ihrem Bett gegangen. 

 

 

Da fahren mein Mann und ich konsequent unsere Schiene. Ich habe die Inspiration mit der „Erwachsenenzeit“ ab 19 Uhr aus dem Spiegel-Bestseller Warum französische Kinder keine Nervensägen sind von Pamela Druckerman (Amazon-Link s. oben).

 

Das Buch kann ich sehr empfehlen. Es ist aus meiner Sicht zwar oft etwas zu drastisch für meinen Geschmack, aber ich habe es abgeschwächt und mir das herausgepickt, was meiner Meinung  nach für unsere Familie und Erziehung wertvoll erschien. 

 

Dadurch haben wir langsam unsere Paarzeit ab 20 Uhr wiederbekommen, denn wenn die Kleine erstmal feste schlief, waren die nächsten drei bis vier Stunden meistens ruhig. 

 

Juhu, ihr habt endlich Zeit für euch. Und nun?

Wie wir unsere Hobbies organisiert haben und auch mal als Paar etwas unternehmen und wie ihr sogar ohne Babysitter Wellness machen könnt, erfahrt ihr in Teil 2 meines Artikels.

 


Transparenz

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Julia B. (Mittwoch, 10 Februar 2021 14:23)

    Danke dir für einen Einblick in eure Abendroutine�
    Bei uns ist es noch so, dass ich unsere Maus bei jedem Schlaf begleite und oft auch bei ihr liegen bleibe. Das liegt wohl daran, dass ich noch in den Schlaf stille...
    Ab und zu schaffe ich es, dass ich mich davon schleichen kann. Dann genießen wir es, in Ruhe zusammen zu essen ;) Wenn sie 6 Monate alt ist bzw. wir mit der Beikost anfangen, möchte ich sie eigentlich langsam abstillen. Vielleicht kann man dann auch eine Papa-Zu-Bett-bringen-Routine entwickeln�‍♀️ Den Tipp mit der Erwachsenenzeit behalte ich mal im Hinterkopf, wenn die kleine Prinzessin älter ist�

  • #2

    Désirée (mamachillmal) (Montag, 15 Februar 2021 17:19)

    Das freut mich sehr, dass ich dich inspirieren konnte und du einiges davon für dich mitnehmen kannst. Wenn es bei euch so weit ist und wenn du Fragen jeglicher Art hast, schreib mir gerne! :-)
    Liebe Grüße, Désirée